
Mitgliederversammlung würdigt die Jubilare Andrew Buchen und Michael Walther für zusammen 65 Jahre SPD-Zugehörigkeit
Die Ehrung langjähriger Mitstreiter gehört zweifelsohne zu den Höhepunkten jeder Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Großniedesheim. In besonderem Maße gilt dieser Grundsatz, wenn zwei so verdiente Genossen ausgezeichnet werden, wie dies am vergangenen Freitag in der Friedenshalle der Fall gewesen ist. Schon die nackten Zahlen ließen aufhorchen: So wurde der frühere Ortsbeigeordnete Andrew Buchen für 25 Jahre SPD-Mitgliedschaft geehrt. Und Michael Walther, Vereinsvorsitzender und Ortsbürgermeister in Personalunion, hält der Sozialdemokratie sogar schon seit 40 Jahren die Treue.
Beide erhielten donnernden Applaus der anwesenden Mitglieder, die offiziellen Ehrengabenihrer Partei sowie persönliche Präsente des Ortsvereins. „Du hast Deinen Mann gestanden, als im Ortsverein einiges zu tun war“, würdigte Michael Walther seinen Parteifreund Buchen, der der SPD seit dem 1. März 1999 angehört In den zurückliegenden zweieinhalb Dekaden war der Mann mit dem markanten Schnauzbart immer da, wenn es galt, für die Sozialdemokraten Verantwortung zu übernehmen. Sei es als Mitglied des Gemeinderats, als Stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender oder - ab 2009 - als Beigeordneter für Soziales, Sport und Kultur. „Da hast Du gleich das Ressort übernommen, in dem das meiste zu tun ist“, zollte Walther dem Jubilar Respekt.
Seit Sommer 2024 gehört der Geehrte wieder dem Gemeinderat an. Eigentlich ein „Unfall“, denn aus privaten Gründen wollte Buchen, auf einem der hinteren Listenplätze kandidierend,bewusst erst einmal nur als Nachrücker zur Verfügung stehen. Aber die Wähler entschieden anders. Warum, wusste Michael Walther nur zu genau: „Wer sich im Ort einbringt und bekannt ist, der wird eben auch gewählt.“ Als Anerkennung für 25 Jahre Parteimitgliedschaft erhielt Andrew Buchen eine Urkunde und die Ehrennadel in Silber. Im Namen des Ortsvereins überreichte Bürgermeister Walther Süßigkeiten und „Hochprozentiges“.
Der zweite Jubilar war Michael Walther selbst. Und weil sich der Ortsvereinsvorsitzende nun einmal schlecht selbst ehren kann, übernahmen die beiden Vorstandsmitglieder Michael Reith und Markus Wilhelm diese Aufgabe. Reith ließ in seiner Laudatio die wichtigsten Stationen im politischen Leben des Jubilars noch einmal Revue passieren. Der heutige Altbürgermeister Hugo Klöß war es, der früh Walthers politisches Talent erkannte und dafür sorgte, dass der damals 22-Jährige zum 1. Januar 1984 Mitglied der SPD wurde. Selbstverständlich war dieser Schritt zu jener Zeit nicht. Im Bund regierte seit zwei Jahren die CDU. Und auch auf Landes- und Kommunalebene war die politische Karte, zumindest in Rheinland-Pfalz, damals überwiegend tief „schwarz“.
Walthers Motivation, daran etwas zu ändern, war geweckt. Nach den Kommunalwahlen im Sommer 1984 gehörte er bereits dem Gemeinderat an. Fünf Jahre später begann eine neue Äraim Dorf: Mit Hugo Klöß stellte die SPD erstmals überhaupt den Ortsbürgermeister! Michael Walther übernahm im Rat den Fraktionsvorsitz seiner Partei. Gemeinsam mit vielen weiteren Mitstreitern, verdienten Genossinnen und Genossen, wurde in der Folgezeit der Grundstein für die bis heute anhaltenden Wahlerfolge der Großniedesheimer SPD gelegt.
1996, nach dem Rückzug Josef Kaduks aus der aktiven Politik, wurde Walther Beigeordneter und damit Teil der Verwaltung. Als Hugo Klöß 2009 nach 20 Jahren im Amt nicht erneut als Ortsbürgermeister kandidierte, war es nur folgerichtig, dass Michael Walther für dieSozialdemokraten antrat. Auf Anhieb wurde der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann mit großer Mehrheit zum Dorfoberhaupt gewählt. Ein Amt, dass Walther bis heute mit Freude, Leidenschaft und hohem persönlichen Einsatz ausfüllt. Dreimal wurde der heute 63-Jährige von den Großniedesheimer Wählerinnen und Wählern als Ortsbürgermeister bestätigt.
„Das ist wirklich einmalig“, zollte Michael Reith, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim, in seiner Dankesrede dem Parteifreund Respekt. Dass Reiths Laudatio der mit Abstand längste Wortbeitrag des Abends wurde, verwunderte nicht. Schließlich hatte der 52-Jährige allerhand zu tun, als es galt, einen Teil der wichtigsten Projekte aufzuzählen, die mit dem Namen Michael Walthers verbunden sind. Sei es der Einsatz für Windkraft und Photovoltaik, die Ausweisung neuer Baugebiete, die Corona-Impfkampagne in der Eckbachhalle, der Ausbau des Kindergartens, der Kampf für den Erhalt des Schulstandortes, Maßnahmen zur Dorfverschönerung und -erneuerung – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Auch als Krisenmanager sei Walther gefordert gewesen, erinnerte Reith an dieSerie von Wasserrohrbrüchen im Jahr 2022, die das Dorf über Monate hinweg in Atem hielt. Auch diese Aufgabe wurde mit Bravour bewältigt.
Im Fall von Michael Walther gilt die alte Weisheit „ein Amt kommt selten allein“ in ganz besonderem Maße. 2020 übernahm er den Vorsitz des SPD-Ortsvereins von seinem jüngeren Bruder Steffen, 2023 schließlich auch noch die Leitung des Gemeindeverbands, dem politischen Überbau der sechs SPD-Ortsvereine innerhalb der Verbandsgemeinde. Ruhestand? Eher nicht.
„Ein Kapitän ist nur so gut wie seine Mannschaft. Aber in Deinem Fall muss man sagen: Eine Mannschaft ist auch nur so gut wie ihr Kapitän. Du hast Deinen Laden im Griff, wir sind ein motivierter und aktiver Ortsverein. Dass ist vor allem der Verdienst Deiner jahrzehntelangen Arbeit“, ließ es sich der Stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Markus Wilhelm nicht nehmen, im Namen der Mitglieder Dank und Anerkennung auszusprechen. Für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands erhielt Walther neben einer Urkunde die Ehrennadel in Rubin. Und für den nächsten Urlaub mit Ehefrau Heike gab es einen Gutschein als „Anschubfinanzierung“ obendrauf. Wenngleich die Großniedesheimer Genossen Familie Walther gerne einmal auf Reise schicken: allzu lange sollte der Urlaubfreilich nicht dauern. Denn am liebsten ist es den SPD-Mitgliedern dann doch, wenn ihr Vorsitzender nicht irgendwo auf den Weltmeeren, sondern auf den Straßen Großniedesheims unterwegs ist. „Niddsem“ ohne Michael Walther ist einfach unvollständig.
Autor: Markus Wilhelm / Bild: Steffen Walther


