Von Häkeltieren bis PralinenBunte Osterdekorationen, Kunsthandwerk und duftende Leckereien – in der Großniedesheimer Friedenshalle herrschte am Sonntag reges Treiben. Rund 500 Besucherinnen und Besucher, die sich auf das Fest einstimmen wollten, zog der traditionelle Ostermarkt an. Besonders beliebt bei den Besuchern seien traditionell gehäkelte Tiere, berichtet Sabine Färcher. Vor allem Yoshi, ein Charakter aus der Super-Mario-Welt, werde stark nachgefragt. Daneben bietet sie Bücher an, in denen sie mit Schnitten und Falten Muster entstehen lässt. Ob FCK-Logo, Hunde oder Vögel – die verschiedensten Motive zieren ihre Dekoobjekte. „Bis zu 6000 Schnitte sind nötig, um ein Buch fertigzustellen“, berichtet Färcher. Die Anleitungen dafür finde sie im Internet oder sie denke sich selbst etwas aus. Für die Hobbykünstlerin spielt Upcycling, also das Wiederverwenden benutzter Materialien, eine wichtige Rolle. Nebenan gibt es das Pfälzer Dubbeglas als Schlüsselanhänger, Ohrring oder Kerze. Es ist ein Motiv, mit dem die Standbetreiberin offenbar einen Nerv trifft. Mit Abstand am längsten beim Ostermarkt in der Friedenshalle dabei ist Kirsten Zimmermann. „Ich komme schon seit 24 Jahren hierher“, berichtet sie. Für sie sei der Austausch mit den Besuchern das Schönste. „Man trifft immer neue Leute, aber auch welche, die jedes Jahr kommen“, freut sich Zimmermann. Neben Kunsthandwerk locken auch kulinarische Köstlichkeiten. Ob selbst gebackener Osterstollen, Kuchenbuffet oder deftige Grillspezialitäten – für jeden Besucher ist hier etwas dabei. Für die Bewirtung sorgen mit dem TuS Großniedesheim, dem Elternbeirat des Kindergartens, dem Förderverein für Kinder- und Jugendarbeit und der SPD die ortsansässigen Vereine, wie Ortsbeigeordneter Markus Wilhelm (SPD) informiert. Am Nachmittag nimmt der Andrang in der Friedenshalle zu. Doch ist Ostern für die Besucher nur ein Anlass, um Dekoration und Leckereien zu kaufen? Viele verbinden das Fest mit Frühlingsbeginn und Familienzeit. So auch zwei Frauen aus Kleinniedesheim. Der Trend der letzten Jahre zeige aber, dass die ursprüngliche Bedeutung von Ostern immer weiter abnehme, glauben die beiden. „Für uns steht die christliche Bedeutung von Ostern im Vordergrund“, sagt Thomas Hahn, der mit seinen Kindern den Markt besucht. „Mir ist es wichtig, das Dorfleben und die Vereine zu unterstützen, die solche Veranstaltungen organisieren“, erklärt der Großniedesheimer. Für Jenny Jung und Marc Müller ist Ostern dagegen „einfach nur noch ein Fest“. Jung merkt an, dass viele heute gar nicht mehr wüssten, worum es in der Ostergeschichte gehe. Neben dem Einkauf steht für viele Besucher der Austausch im Vordergrund. Sie sitzen an den Tischen und unterhalten sich ausgelassen. „Es ist schön, nach den Wintermonaten wieder zusammenzukommen“, findet Wilhelm. Mit acht Ausstellern habe sich die Anzahl im Vergleich zum Vorjahr nicht geändert. „Es freut uns, dass wir einen festen Stamm an Hobbykünstlern haben, der jedes Jahr zu uns kommt.“ Mit der alljährlichen Prämierung der schönsten Kunstwerke der Grundschüler neigt sich der Großniedesheimer Ostermarkt dann gegen 17 Uhr dem Ende zu. |
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