Mit Haller durch die Region - Bericht aus "Die Rheinpfalz"

Veröffentlicht am 23.01.2020 in Kommunales
 

Bericht aus "Die Rheinpfalz"

Mehr als nur Wähler-Bespaßung

Hintergrund: „Mit Haller durch die Region“ heißt eine Veranstaltungsreihe, mit der der SPD-Abgeordnete Martin Haller offensichtlich ins Schwarze getroffen hat. Die Plätze im Ausflugsbus sind heiß begehrt und die Themen spannend, sofern man sich auf sie einlässt. Der Lambsheimer will den Menschen im Wahlkreis Frankenthal die Landespolitik näher bringen.

Von Waltraud Werdelis

 
FRANKENTHAL/MAINZ. Mit 50 Teilnehmern ist der Reisebus, der sich an einem Samstag von Lambsheim, Heßheim, Frankenthal und Bobenheim-Roxheim aus auf den Weg macht, bis auf den letzten Platz belegt. Keine plötzlichen Absagen. Die angemeldeten Bürger aus dem Wahlkreis Frankenthal wissen, dass das nicht gut ankäme. Denn die Zahl derer, die sich vergeblich um die Mitfahrt bemüht haben, ist mehr als doppelt so groß.

Dabei ist das Ziel, das Martin Haller diesmal gewählt hat, nichts Besonderes: der Landtag in Mainz und das Abgeordnetenhaus, sein Arbeitsplatz. Dorthin laden die Landtagsmitglieder aller Parteien immer wieder Bürgergruppen ein. Meist inklusive Mittagessen und Stadtbesichtigung. „Den Abgeordneten steht pro Jahr ein Besucherbudget von 2100 Euro zur Verfügung“, verrät Martin Haller.

Das reicht allerdings nicht für die ambitionierte und außergewöhnliche Reihe „Mit Haller durch die Region“, für die der Lambsheimer jedes Mal einen Bus chartert. Er bittet die Teilnehmer um einen Kostenbeitrag, der offenbar gern gezahlt wird: zehn Euro, oder, falls Eintrittsgelder nötig werden, 15 Euro. Mehr als 20 Touren hat Haller schon hinter sich: beispielsweise zur Forstverwaltung, Berufsfeuerwehr, Bereitschaftspolizei, BASF-Kläranlage, ins Müllheizkraftwerk und zu Lekkerland in Bobenheim-Roxheim. „Es sind auch mal sperrige Themen dabei“, sagt der 36-Jährige. „Bei der Besichtigung eines Pflegeheims gibt es natürlich nicht so viele Anmeldungen wie für die Fahrt nach Mainz.“ Er selbst freut sich darüber, dass er bei jeder Veranstaltung etwas Neues lerne.

Dem Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Landtag ist es wichtig, dass sein Angebot nicht als Bespaßung oder Belohnung seiner Wählerklientel verstanden wird, sondern „als neue Art der Politikvermittlung“, wie er sagt. Auch für Bürger, die ihn und die SPD nicht wählen. Das macht er in einem Sitzungssaal des Abgeordnetenhauses deutlich, wo die Teilnehmer einen Film über die Bedeutung des Landtags zu sehen bekommen.

„Ich höre immer wieder: ,Politik geht mich nichts an.’ Aber das stimmt nicht. Fast alles in unserem Leben hat mit Politik zu tun“, betont Haller. Deshalb will er an seinen Ausflugszielen die jeweilige Verknüpfung zur Landespolitik deutlich machen. Zum Beispiel: Damit der Müll jedes Einzelnen möglichst sauber entsorgt wird, müssen die Politiker Lösungen finden. „Und dabei auch mal zugespitzter streiten, wenn die Medien dabei sind“, so Haller. Schließlich gehe es ja auch darum, die eigenen Positionen deutlich und pointiert darzustellen. Ein heißes Eisen und ein „komplexes Arbeitsfeld für die Politik“ sei aktuell die Landwirtschaft – mit deren Sorgen und Nöten, aber auch mit den Forderungen der Gesellschaft in Sachen Umweltschutz. Und die Forstwirtschaft, in der die Erderwärmung gerade Werte in Millionenhöhe vernichte.

Im Plenarsaal, der wegen der Sanierung des Deutschhauses in der Steinhalle des Landesmuseums eingerichtet wurde, berichtet Martin Haller über den Alltag in der SPD-Geschäftsstelle, über die Fraktionssitzungen mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer und über den Bäckerladen, „in dem man als Politiker die unmittelbare Rückmeldung der Bürger bekommt auf das, was gerade in der Zeitung steht“.

Der Politik- und Verwaltungswissenschaftler empfindet seine Arbeit als ein Privileg, und er ist sich bewusst, dass „die Leute ihre Abgeordneten auch mal sehen müssen – auf der Kerwe, dem Weihnachtsmarkt, in Vereinen“. Er und sein Kollege Christian Baldauf von der CDU hätten es da recht einfach: „Durch den Wahlkreis Frankenthal fährt man von Lambsheim bis Bobenheim-Roxheim höchstens eine halbe Stunde. Ein Abgeordneter aus der Eifel braucht mitunter eine Stunde.“

Hallers Gruppe an dem Tag wirkt interessiert und gesprächig. Ein Teilnehmer hat Landtagsdebatten schon im Livestream verfolgt und schlägt vor, nicht nur eine einzige, noch dazu starre Kamera laufen zu lassen. „Wie ist es in Rheinland-Pfalz um die Straßen bestellt?“, will eine Frau von Haller wissen. Zum weiteren Austausch über die Landespolitik besteht Gelegenheit in der Mittagspause beim Griechen um die Ecke, bevor es nach einer Domführung und einem Stadtbummel allseits zufrieden wieder zurück in die Vorderpfalz geht.

Der Lambsheimer Abgeordnete freut sich, dass alle von der RHEINPFALZ befragten Teilnehmer begeistert vom Format „Mit Haller durch die Region“ sind und sich für die von ihm angebotenen Themen interessieren. Einige bezeichnen sich als „Wiederholungstäter“ oder stehen der SPD nahe. Haller würde außerdem gern diejenigen erreichen, die sich bisher nicht so sehr für Politik interessiert haben: „Ich versuche das weiter über die Themenvielfalt der Touren.“

Termine

Die nächsten Exkursionen mit Martin Haller führen zur Firma Essity nach Mannheim (Montag, 2. März, 14 Uhr), ins Forstamt Pfälzer Rheinauen (Montag, 6. April, 14 Uhr) und ins Westwall Museum Bad Bergzabern (Montag, 11. Mai, 13 Uhr). Preis je Tour zwischen zehn und 15 Euro. Von Lambsheim, Heßheim, Bobenheim-Roxheim und Frankenthal fahren Busse. Anmeldung und Informationen zu den Abfahrtsorten und -zeiten unter Telefon 06233 298926 und unter www.martin-haller.de.

 

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz Frankenthaler Zeitung - Nr. 19
Datum Donnerstag, den 23. Januar 2020
Seite 15
 

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