Der Behüter der Heimat

Veröffentlicht am 12.09.2024 in Pressemitteilung

Das Heimatmuseum Heuchelheim kehre bald zum normalen Museumsbetrieb zurück, signalisiert Markus Wilhelm, der Vorsitzende des Trägervereins Heimat- und Kulturverein in der alten Verbandsgemeinde Heßheim. 


Symbolischer Start ist am Samstag, 14. September, zur Dorfkerwe. 

Im Vorfeld berichtet Wilhelm von Arbeiten im Hintergrund, Plänen für die Zukunft, neuen Ideen – und wie für ihn ein Traum in Erfüllung ging. 

Heuchelheim. Die Nachricht im Februar 2023 schlug ein wie eine Bombe. Der komplette Vorstand des 1988 gegründeten Heimat- und Kulturvereins in der alten Verbandsgemeinde Heßheim war komplett zurückgetreten. Gründe waren das Alter beziehungsweise starkes berufliches Engagement. Rund ein Jahr dauerte die Suche nach neuen Vereinsmitgliedern, die bereit waren, in Verein und Museum Verantwortung zu übernehmen.Es war ein Glücksfall, dass der gebürtige Mannheimer Markus Wilhelm und dessen Ehefrau Melanie 2020 in Großniedesheim eine neue Heimat gefunden hatten. Das Ehepaar erlebte eine engagierte Dorfgemeinschaft. Beim Flurreinigungstag waren die Wilhelms mit dabei. Melanie Wilhelm wurde ob einer Mithilfe bei einer Veranstaltung des Seniorenbeirats angesprochen – „und so kam eins zum anderen“, erinnert sich Markus Wilhelm. Der 45-Jährige betont, er habe sich in Großniedesheim nie als Zugezogener und Fremder gefühlt. „Wer sich hier einbringt, wird mit offenen Armen empfangen“, so seine Erkenntnis.Zunächst brachte sich das Ehepaar beim SPD-Ortsverein ein – heute ist Markus Wilhelm stellvertretender Vorsitzender und hat zudem das Amt des Ortsbeigeordneten inne. Im März dieses Jahres wurde Wilhelm zum Vorsitzenden des Kultur- und Heimatvereins gewählt. An Geschichte war der gelernte Tageszeitungsredakteur, der heute im „Backoffice“ des Verlages arbeitet, wie er sagt, schon von Klein auf interessiert – Berufswunsch: Archäologe. In Mannheim-Feudenheim war er im Verein für Ortsgeschichte aktiv. „Dass ich heute das Heimatmuseum betreuen darf, damit geht ein Stück weit auch ein Kindheitstraum in Erfüllung“, sagt Wilhelm, der mit seiner Frau auch privat sammelt, vorzugsweise Stücke aus den 1970er-Jahren. Das Heimatmuseum sei für ihn wie ein „eigenes Museum“, ein Kind, das es zu behüten und zu fördern gelte.Warum das doch zeitintensive ehrenamtliche Engagement? Mit 40 habe er sich die Frage gestellt, welche „sinnvollen Dinge er noch in seinem Leben tun wolle“. Er habe eine neue Aufgabe gesucht. Der Sohn war mittlerweile erwachsen und selbstständig. Nun, Arbeit gibt es in Heimatmuseum und Trägerverein genug. Netzwerken etwa sei angesagt. Eingebunden ist das Museum in den Museumsverband Rheinland-Pfalz, auf regionaler Ebene werde derzeit eine Wanderausstellung zum Thema Landwirtschaft vorbereitet. „Rödersheim ist mit der Geschichte der Zigarrenindustrie vertreten, wir mit dem Zuckerrübenanbau.“Das Museum in der Öffentlichkeit präsenter zu machen, sei ein Ziel. Vielleicht könnten einzelne Objekte etwa im Amtsblatt vorgestellt und so ein Besuch angeregt werden? Vielleicht könnten wieder kulturhistorische Führungen in den Ortsgemeinden angeboten werden? Ideen gebe es viele, aber noch sei nichts spruchreif, sagt Wilhelm.Zunächst stehe die Heuchelheimer Kerwe vom 13. bis 16. September an. Zur Öffnung des Museums am Samstag von 14 bis 18 Uhr soll es Kaffee und Kuchen geben und beim Kerweumzug wollen die Museumsleute mindestens als Fußgruppe dabei sein. Der nächste Termin sei das Kindermuseumsfest am 6. Oktober mit einem bunten Programm von Basteln bis Hüpfburg. Die Arbeit mit und für Kinder solle schon ein Schwerpunkt sein. Gerade Schulklassen seien oft zu Gast. Eine Überraschung für Wilhelm war, dass die Kids „sehr interessiert sind und viele Fragen stellen“. Eine ziele dabei immer wieder auf den Rohr- oder Zeigestock und seinen Missbrauch als Werkzeug zur Bestrafung – „heute unvorstellbar. Daran sieht man, man darf die Vergangenheit keineswegs verklären. Jede Zeit hat ihre schönen, aber auch ihre Schattenseiten“. Wichtig sei ihm auch, bei der Präsentation von Objekten einen Brückenschlag in die Gegenwart zu schaffen, etwa zum Thema Nachhaltigkeit. „Früher gab es keine Küchengeräte mit giftiger Antihaftbeschichtung, man setzte auf langlebiges Blech und Keramik, Socken wurden gestopft, Kleidung geflickt. Man könnte schon mal darauf abheben, was wir uns heute von unseren Vorfahren abgucken können“, überlegt Markus Wilhelm.Regulär will das Museum dann ab November jeden zweiten Sonntag öffnen – vielleicht von 11 bis 13 Uhr zu einem Frühschoppen mit Weißwurst und Brezeln einladen. Gesucht werden nach wie vor Unterstützer und Vereinsmitglieder. Die Suche nach einer Museumsleitung sei zurückgestellt. „Im bisherigen Umfang können wir das noch gut alleine stemmen“, sagt Wilhelm. Aber es brauche Menschen, die Interesse an der Museumsarbeit haben, sich einbringen, wenn es um die Neukonzeption des Hauses und eine Entschlackung der Exponate gehe. Die vielleicht Führungen übernehmen und Wissen zu den einzelnen Objekten zusammentragen. „Ein großer Part für lange Winterabende“ sei es dann auch, die Bestände zu sortieren, zu erfassen und zu digitalisieren. Arbeit gibt es im Museum immer – und dafür braucht es Helfer. 

Quelle: AusgabeDie Rheinpfalz 
Frankenthaler Zeitung - Nr. 213
Datum: Donnerstag, den 12. September 2024

 

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