„Essen mit Genuss – geht das noch?“

Bundespolitik

von links: Anke Simon, MdL, Doris Barnett, MdB, Dr. G. Luhofer, Heinz Paula, MdB

Diese Frage interessiert die Besucher der Veranstaltung am 2. Mai, zu der Doris Barnett und Heinz Paula, beide MdB, im Namen der SPD-Bundestagsfraktion eingeladen haben.

Nach der Begrüßung und Vorstellung der Referentinnen und des Referenten durch Doris Barnett, MdB, stimmte Heinz Paula, MdB, mit dem Thema „Tierschutz und gute Lebensmittel für alle: Wie geht das zusammen?“ Zuhörerinnen und Zuhörer auf das Thema ein. Bald monatlich werden die Verbraucherinnen und Verbraucher mit einem Lebensmittelskandal konfrontiert, zuletzt von Bio-Eiern, die keine sind, und Pferdefleisch in Fertigprodukten, auf denen dies nicht gekennzeichnet ist. – Hauptsache billig! Der Fleischkonsum in Deutschland ist enorm; pro Mensch in seinem Lebensalter durchschnittlich 945 Hühner 4 Rinder und Schafe 46 Schweine 12 Gänse Das Fleisch muss billig sein. Die Tiere bezahlen diese „Geiz ist geil“-Mentalität! Schnäbel werden bei Geflügel gekürzt, damit sie sich nicht gegenseitig hacken (enge Käfighaltung), Ferkel werden ohne Betäubung kastriert, Einsatz von Medikamenten, männliche Küken werden vergast, geschreddert und zu Tiermehl verarbeitet, da sich die Aufzucht nicht lohnt ... Der Verbraucher muss umdenken und seine Ernährung umstellen:
  • mehr regionale Produkte kaufen
  • weniger und bewusster Fleisch konsumieren
  • bewusster Lebensmittel kaufen
  • auf Tierwohllabelprodukte achten
  • das Verbraucherbewusstsein der Kinder sensibilisieren
Frau Dr. Gabriele Luhofer, Leiterin der Abteilung Tiermedizin im Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz, informiert die Zuhörerinnen und Zuhörer, dass laufend viele Proben untersucht werden und sich Fleischarten in Produkten von 0,1 % Inhalt nachweisen lassen. Beanstandete Produkte müssen sofort vom Markt genommen werden. Bei der Beprobung gibt es zwei Verfahren: - Verfahren 1: Es wird auf fünf Tierarten untersucht. - Verfahren 2. Es wird auf 24 Tierarbeiten untersucht. Sie gibt den Anwesenden den Tipp, mehr selbst zu kochen und beim Kauf von Fertigprodukten unbedingt die Zutatenliste zu lesen, auf Produkte mit viel Zucker, Fett und Geschmacksverstärker lieber verzichten. Dass diese Kennzeichnung von den meisten Verbrauchern nicht verstanden wird bzw. schlecht lesbar ist, verärgert Anke Simon, MdL, verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Die Einführung der Nährwertampel (grün/gelb/rot) ist unbedingt erforderlich. Auch sie zieht das Fazit, regional und bewusst einkaufen. Konzentriert hören die Besucherinnen und Besucher den Berichten zu und diskutieren im Anschluss rege mit den Referenten. Das Schlusswort war etwas ernüchternd: Der Verbraucher ist gefragt! Er muss bewusster einkaufen! Leider interessieren sich die meisten Bürgerinnen und Bürger nicht für Lebensmittel, wie sie hergestellt werden, wie Tiere für billiges Fleisch leiden ... – Gerade mal 11 % wird in Deutschland für Lebensmittel ausgegeben!